Psalm 23

Der gute Hirte
1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Dr Psalm 23 isch es Gloubensbekenntnis vomene Mönsch im Alte Israel. Das Bekenntnis – dä Psalm – zügt vomene töife Vertroue zu Gott. Wär das dä Psalm gschribe hett, weiss mäh nid genau – aber i ha mir überleit, öb’s ächtet nid o ne Schafhirte chönnti si? Dr Schriber bruucht Usdrück, wo fürne Schafthirte typisch und dütlech si.

Vieli Lüt näh ah, dass dr König David, wo ca. 1000 Jahr vor Chrischtus im Alte Israel gherrscht hett, dr Outor vo däm Psalm sigi. Wöu dr speteri König David i junge Jahr Schafthirte isch gsi und ou uf dr Leier, amene sehr alte Musikinstrument, hett chönne spiele. D’Leier gseht us wie ne chlyni Harfe. Dr David hett i sire Jugend Schaf ghüetet und drum kennt är d’Schaf ou sehr guet. Är weiss, was si bruuche, was ihne cha mangle / är weiss, was är muess mache, damit es ihne guet geit und är sire Ver-antwortig grächt wird. Wöu dr David so guet zu sine Schaf luegt, chömi si o vertrouensvoll zu ihm.

Gott und si Suhn, dr Jesus Christus, si o – im übertragene Sinn – Schafhirte. Aber ihri Schäfli si mir Mönsche. Und grad glych wie dr David, wüsse o Gott und si Suhn sehr guet und genau, was mir bruuche. Wöu Gott üse Vater und Hirt isch, si mir geborge und müesse üs vor weni fürchte. Dür das fählt üs weni bis gar nüt. Denn Gott, resp. dr christlech Gloube, gitt üs ds’Ässe, gitt üs ds’trinke – är erfrüscht üsi Seel dür schöni Ärläbnis, wo mir im Läbe dörfe ha – dür sini Liebi, wo är üs tagtäglech gitt.

Wo Gott isch, isch o ä Wäg und uf däm rächte Wäg füehrt üs Gott. Äs isch i üsne Läbe nid immer ä liechte Wäg, aber mir chöi di schwäre Wägstück liechter gah, we mir dr Vater näbe üs wüsse. Grad so wie d’Schaf, wo wou Angscht hei vorem Wäg i de Felse, aber dür d’Awäseheit vom David aber, am Schafhirt, chöi si dä Wäg trotzdäm gah. Wöu dr Schafhirt isch nöch bi ine, är begleitet si ou i schwierige Situatione.

Mir Mönsche chöi sogar im dunklischte Tal wandere, ohne üs allzusehr ds’fürchte. Wöu Gott mit sim Stab und Stäcke, d.h. mit sire üs beschützende Hand, da isch und zu üs luegt. Dr Tisch, wo ig dranne isse, bereitet dr Gott mit allerlei Feinem zue – und miner Feinde chöi mi nid dran hindere, dass ig vo Gott guet und richlech verpflegt wirde. Nid nume mit körperlecher Nahrig, nei ou mit geistig-seelischer Nahrig. Binig am Abe müed – oder mängisch ou vor Hektik vom Läbe – de leit Gott sini hand uf mi Chopf und i mir fliesst Rueh. Är salbet mi Chopf mit Öl – Gott tröschtet mi und gitt mir nöii Chraft. Die Liebi vo Gott, begleitet üs äs Läbe lang – immer isch är a üser Site und luegt zu üs. Mängisch o denn, wenn mir grad nümme drah gloube.

I hoffe, dass Dir öppis vo dere Rueh und Glasseheit überchömet, wo im Gottvertroue usgsproche cha wärde; wie im Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts fehlen. Amen.

Jürg-Sven Scheidegger

Beide Illustrationen zum Psalm 23 aus: The Sunday at Home: A Family Magazine for Sabbath Reading, 1880 [collected volume], London

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7 Monaten ago
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